Abschluss JWGC 2026 Junioren-WM
Hochspannung, internationale Begegnungen und ein außergewöhnliches Gemeinschaftsgefühl prägten die 14. Junioren-Weltmeisterschaften im Segelfliegen, die auf dem Flugplatz Aalen-Elchingen vom 2. bis 15. August 2026 ausgetragen wurden.
Es war Spannung bis zum Schluss – zwei Deutsche stehen in der Standardklasse auf dem Treppchen. Max Maslak ist Weltmeister und Titelverteidiger und sein Teampartner Patrick Benoist wurde zweiter. In der Clubklasse wird der Deutsche Nils Zitzelsberger Dritter. Das deutsche Team wurde damit auch Mannschafts-Weltmeister.
Nach zehn geflogenen Wertungstagen wurde Max Maslak aus Bonn Junioren-Weltmeister in der Standardklasse. Er hat damit seinen Weltmeistertitel verteidigt. Sein deutscher Teamkamerad Patrick Benoist folgt auf Rang zwei, dicht dahinter liegt der Däne Jakob Bogelund Lassen. In der Clubklasse gewann mit dem Australier Max Scutchings, zugleich der jüngste Pilot dieser Klasse. Gefolgt von dem Franzosen Nicolas Caudrelier auf Platz zwei. Dritter wurde der Deutsche Nils Zitzelsberger.
In der Teamwertung siegte das deutsche Team vor Großbritannien und Frankreich.
Während der Junioren-WM konnten mit zehn pro Klasse außergewöhnlich viele Wertungstage durchgeführt werden – so viele wie bei keiner Segelflugweltmeisterschaft zuvor. Die WM in Elchingen geht damit in die Geschichtsbücher ein. Was als sportlicher Wettbewerb begann, wurde zu einem internationalen Fest des Segelfluges und zu einem besonderen Ereignis nicht nur für die süddeutsche Region, sondern für ganz Segelflug-Europa. An den Wertungstagen wurden insgesamt 207.126 km geflogen. Nur mit Thermik und der „Kraft der Sonne“.
Am 2. August fand die feierliche Eröffnung in Neresheim und Aalen statt. Das festliche Programm vormittags mit einer nostalgischen Bahnfahrt auf der Härtsfeld-Museumsbahn. Nach der Bahnfahrt und der Begrüßung durch den Neresheimer Bürgermeister Thomas Häfele stand ein kurzer Fußmarsch auf den Klosterberg auf dem Programm. So zahlreich und international wurde selten das barocke Kloster Neresheim besucht. Prior Albert begrüßte zweisprachig die Gäste auf der Kirchentreppe im Klosterhof. Alle Mannschaften waren von der prachtvollen Klosterkirche beeindruckt. Ein besonderes Klangerlebnis gab es dann für alle mit einem Orgelspiel. Bruder Matthias hat in bestem Englisch einen historischen Überblick über das Kloster Neresheim gegeben und anschließend den internationalen Besuchern eine erfolgreiche und gute Zeit auf dem Härtsfeld gewünscht. In der Aalener Innenstadt wurden dann nachmittags die 14. Junioren Segelflug Meisterschaften offiziell eröffnet. Zuvor gab es den großen Einmarsch der Nationen. Jede Mannschaft wurde unter dem Applaus der zahlreichen Zuschauer herzlich begrüßt. Oberbürgermeister Frederick Brütting hieß die Teilnehmer aus 22 Nationen willkommen. Der anwesende Präsident des Deutschen Aeroclubs DAeC, Claus Cordes, appellierte an den Sportsgeist aller Pilotinnen und Piloten: „Fliegen Sie sicher. Keine Goldmedaille ist es wert, einen Unfall zu verursachen und bei allem sportlichen Ehrgeiz, die Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren.“ Paul Schwarz, EM-Pilot 2024 des LSR-Aalen war es dann vorbehalten, die FAI-Fahne vor den versammelten Teilnehmern und Zuschauern zu hissen und damit die WM sichtbar zu eröffnen. Die FAI-Hymne wurde von dem Städtischen Orchester Aalen dazu gespielt. Nach diesem feierlichen Akt hat dann der US-Amerikaner und der Chef der Jury, Eric Mozer, die WM offiziell für eröffnet erklärt. Das Wetter machte es für die Piloten sehr anspruchsvoll und für die Sportleitung rund um Tasksetter Bernd Schmid zu einer Herausforderung. Enorme Hitze von über 35 Grad, Blauthermik aber auch Gewitter und teils starker Wind erforderten Geschick bei der Wahl der Aufgaben für beide Klassen. Die niedrige Anzahl der Außenlandungen belegt das; insgesamt gab es nur 73, was eine Quote von unter 10% entspricht. Die Streckenlängen, die Wahl der Aufgaben und die jeweilige Richtung in die geflogen wurde, war mit viel Erfahrung und Bedacht gewählt. Die Absprachen zwischen Bernd Schmid und dem Deutschen Wetterdienst waren sehr intensiv. Auch für die Organisation bedeutete diese Weltmeisterschaft eine logistische Meisterleistung. An den Wettbewerbstagen mussten sämtliche 80 Segelflugzeuge innerhalb von etwa einer Stunde in die Luft gebracht werden. Bis zu elf Motorflugzeuge, auch von umliegenden Vereinen und Privatpersonen waren dabei im Einsatz. Am Boden waren am Ende bis zu 60 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Luftsportrings Aalen als ausrichtenden Verein im Einsatz. Vom Catering, der Flug- und Betriebsleitung über die Startmannschaften bis hin zu den Serviceteams, die für die Piloten und Flugzeuge verantwortlich waren. Während die besten Nachwuchspilotinnen und -Piloten der Welt auf Strecken gingen, feierte der Luftsportring Aalen am 8. August parallel noch sein 75-jähriges Bestehen. Der „Tag des Luftsports“ wie der Luftsportring den Feiertag betitelte lockte viele Gäste auf den Flugplatz. WM-Flugbetrieb, Vorführungen und am späten Abend, das Ballonglühen des BSC-Hellenstein aus Heidenheim begeisterten die Gäste und hielten sie bis spät am Flugplatz. Ein Bitterwasserabend, ein Internationaler Abend und ein Schwäbischen Abend bildeten das Rahmenprogramm. So bunt und feierlich, wie die Eröffnung wurde dann auch der Abschluss dieser 14. Junioren Segelflug Weltmeisterschaften zelebriert. Zunächst mit einem ausgelassenen Abschlussabend bei dem ein Cobra- Segelflugzeug-Anhänger unter allen Pilotinnen und Piloten zur Verlosung kam. Für die Clubs beziehungsweise Vereine der WM-Teilnehmer verloste der Hersteller von Segelflugzeug-Anhängern, die Firma A. Spindelberger, einen klassischen Einsitzer-Anhänger. Der Gewinner wurde im Losverfahren ermittelt. Der Anhänger ist für den Heimat-Verein des Gewinners bestimmt. So einen Preis gab es in der Form noch nie. Ebenso wie die Preise für die beiden Sieger in der Club- und Standardklasse. Die Bitterwasser Flying Lodge lädt die beiden Junioren-Weltmeister 2026 zu einem einwöchigen Aufenthalt nach Bitterwasser in Namibia ein, inklusive An- und Abreise. Ein Segelflugzeug von Jonkers und von HPH steht den beiden Siegern dort zur Verfügung. Ein noch nie dagewesener Hauptpreis. Dank der zahlreichen Unterstützung von vielen Sponsoren konnten viele hochwertige und einzigartige Geschenke an die Junioren vergeben werden. Über 2 Jahre liefen die Vorbereitungen zu diesem sportlichen Großereignis. Zehn Mitglieder des Luftsportrings bildeten im Kern das ständige Organisationsteam rund um den WM-Direktor Bernd Schmid. Sie haben alles gegeben, um ein perfekter Gastgeber zu sein. Die 14. Segelflug-WM der Junioren wurde zu einem Fest des internationalen Luftsports. Der Luftsportring Aalen als Ausrichter und seinen Verkehrslandeplatz Aalen-Heidenheim Elchingen werden allen Teilnehmern aus 22 Nationen in bester Erinnerung bleiben.
Als Konkurrenten in der Luft sind sie geflogen, als Freunde haben sich alle verabschiedet.
Wilhelm Weiser, der Vorstand des Luftsportrings zog eine positive Bilanz. „Wir haben ein wirklich gutes Bild nach Außen abgegeben. Die Welt hat gesehen, dass deutsche Segelflieger perfekte Gastgeber sind. Ich ziehe den Hut vor allen meinen Mitgliedern und Fliegerkameraden, die in teils aufopferungsvoller Art und Weise Alles gegeben haben, damit diese Junioren WM ein Erfolg wird!“ Auch die Australische IGC-Abgeordnete lobte den LSR-Aalen für seine Leistung. „Die Messlatte liegt fast unerreichbar hoch, wenn wir in Australien in zweieinhalb Jahren die nächste Junioren- WM ausrichten dürfen!“ Vielleicht hat sich der Luftsportring damit zu noch höherem qualifiziert? IGC-Präsident Peter Ericson aus Dänemark jedenfalls könnte sich durchaus vorstellen, dass auf dem Härtsfeld auch mal eine „große Segelflug Weltmeisterschaft“ ausgerichtet werden könnte. „Ihr habt das Zeug dazu!“
Ein schwäbisches Sprichwort sagt, „nicht sofort, und Morgen auch nicht gleich!“.
Der Schwabe und Luftsportring- Vorstand Wilhelm Weiser hat es leicht humorvoll umformuliert, „dieses Jahr nicht mehr und nächsten sicher auch nicht, aber vorstellbar wäre es!“ Weiser zeigte sich sehr stolz über den ehrenamtlichen Einsatz seiner Mitglieder. „So eine WM als Ausrichter zu stemmen ist eine überragende, außerordentliche Leistung. Dieser Einsatz ist nicht selbstverständlich. Jeder hat ein Berufsleben, Familie und weitere Verpflichtungen. Das alles dem Verein unterzuordnen, verdient den größten Dank. Mein Verein, der Luftsportring ist in diesem Jahr 75 Jahre alt. Diese WM geht in die Vereinsgeschichte ein, davon werden nachfolgende Generationen noch in 50 Jahren sprechen!“.
Die Junioren-WM in Elchingen hat mit der außergewöhnlichen Zahl an geflogenen Wertungstagen sportlich für Spannung gesorgt. Die geflogenen Leistungen waren herausragend. Die Eröffnung in gleich zwei Städten an einem Tag wurde als „Weltrekordverdächtig“ beschrieben. Die Bevölkerung kam zum Schauen und Staunen auf den Flugplatz. Auch medial fand sie große Resonanz auf allen Plattformen. Von der Presse, über den Hörfunk, Sozialmedia, bis hin zu fast täglichen Fernsehberichten; vom Regionalfernsehen, über das ZDF bis hin zu den ARD-Tagesthemen. Alles zusammen machte diese außergewöhnliche Junioren-Segelflug-Weltmeisterschaft zu einem ganz besonderen Ereignis und zu einem internationalen Fest des Luftsports in Baden-Württemberg.