Erster Wertungstag der Junioren Weltmeisterschaften im Segelflug in Aalen
Die Wettkämpfe in der Luft sind am Montag, den 3. August endlich gestartet.
Am ersten offiziellen Wertungstag dieser 14. Junioren Segelflugweltmeisterschaften hat gleich die Wetterlage eine besondere Rolle gespielt. Hohe Temperaturen und ein wolkenloser Himmel haben es den Teilnehmenden Pilotinnen und Piloten sehr schwer gemacht. Der Tag begann zudem mit dichteren Wolken. Die Thermik konnte sich deshalb erst spät entwickeln. Sportleiter Bernd Schmid hat daher den Start für die beiden Wertungsklassen auf 13.00 Uhr verschoben. „Für eine Segelflugmeisterschaft hat so ein erster Wertungstag immer eine ganz besondere Bedeutung, sowohl das Organisationsteam und die Piloten in ihren Segelflugzeugen. Nach dem Training wollen alle, dass es endlich richtig losgeht. Am besten bei optimalen Rahmenbedingungen und dazu gehört gutes Segelflugwetter mit vielen keinen Quellwolken. Wir sind bei einer Weltmeisterschaft und wer Meister werden will, muss bei jeder Witterung zeigen, dass er der Beste ist“, so Sportleiter Bernd Schmid. In der Clubklasse hat er der Wetterlage geschuldet eine kleinere Aufgabe ausgeschrieben. Eine Sogenannte AAT (Assigned Area Task) Bei so einer Aufgabe geht es darum eine möglichst große Strecke in einer festgelegten Zeit zu fliegen. Es geht dabei nicht um Wendepunkte, sondern um Wendesektoren, die einen Radius von bis zu 30 Kilometer haben können. Diese Wendesektoren müssen zumindest angeschnitten werden. Es bleibt dabei dem Piloten selbst überlassen, wie weit dieser in die entsprechenden Sektoren einfliegt. Die meisten Punkte gibt es dabei, für die Einhaltung der vorgegebenen Zeit in Verbindung mit der weitesten Strecke. Am Montag ging es von Aalen, nach Ingelflingen und weiter nach Rothenstein und wieder zurück zum Flugplatz Elchingen. Die Streckenlänge betrug dabei mindestens 137,83 km und maximal 327,08 km.
Im Cockpit ist also „Taktieren“ von Nöten, denn die Pilotinnen und Piloten müssen nicht nur nach der besten Thermik, während ihrem Flug suchen, sondern auch permanent taktische Entscheidungen treffen. Wo wähle ich meinen Wendpunkt? Wie schnell bin ich? Wo fliegen die Konkurrenten? Im Durchschnitt müssen die Piloten alle 7 Sekunden eine Entscheidung treffen.
In der Standardklasse gab es folgende erste Wertungsaufgabe: Von Aalen direkt nach Norden zum Hesselberg. Dann weiter nach Eichstätt ins Altmühltal. Von dort wieder zurück nach Elchingen. Auch diese Aufgabe war eine AAT bei der die Teilnehmenden selbst zu entscheiden hatten, wie groß ihre Flugstrecke ist. Immer mit dem Risiko einer Außenlandung. Da die Standardklasse als zweite Wertungsklasse geschleppt wurde, war deren Aufgabe kürzer. Minimale Streckenlänge, 129,12 km und maximal 212,49 km. Die Flugzeuge erreichen dabei Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 120 km/h. Bernd Schmid hat dabei auch einen kritischen Blick auf die Wetterlage geworfen. Der Deutsche Wetterdienst, der die Sportleitung in allen Entscheidungen berät, hatte für den Montagabend Gewitter vorausgesagt. Diese sind rechtzeitig vor der Landung der ersten Teilnehmer südwestlich von der Ostalb weggezogen. Allerdings war die Thermik für die Teilnehmenden der Clubklasse sehr anspruchsvoll, für 17 Piloten zu anspruchsvoll. Sie mussten auf Flugplätzen, Wiesen und Felder außenlanden. Mehrere auf dem Flugplatz in Bopfingen, nur wenige Kilometer vor der Ziellinie.
Erster in der Clubklasse wurde der tschechische Pilot Jan Stastny, dicht gefolgt von seiner Teamkameradin Michaela Křížová; beide auf ASW-20. Dritter wurde der Finne Kim Toppari auf einer LS7.
Erster in der Standardklasse wurde der Schwede Elias Severholt Fourati auf einer LS8. Gefolgt von Barna Hadi mit einem Discus 2 aus Ungarn. Dritter wurde der Niederländer Niels Van Nieuwland mit LS8.
Ein furioser und anspruchsvoller Auftakt dieser 24. Junioren Segelflug Weltmeisterschaft.