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JWGC 5. Wertungstag 08.08.2026 Fünf Wertungstage in Folge – Junioren-WM ist im vollen Gang

Die 14. Junioren-Segelflugweltmeisterschaft in Elchingen ist endgültig in der entscheidenden Phase angekommen.
JWGC 5. Wertungstag 										08.08.2026 Fünf Wertungstage in Folge – Junioren-WM ist im vollen Gang

Fünf Tage Wettbewerb in Folge, fünfmal mehrere Stunden konzentriertes Fliegen und Aufgaben über mehrere hundert Kilometer: Die 14. Junioren-Segelflugweltmeisterschaft in Elchingen ist endgültig in der entscheidenden Phase angekommen. Was am Montag noch wie der Auftakt zu einer langen Wettbewerbswoche wirkte, ist inzwischen für die jungen Pilotinnen und Piloten zum täglichen Rhythmus geworden: früh aufstehen, Flugzeuge aufrüsten, Wetter und Aufgabe analysieren, starten – und dann über Stunden hochkonzentriert unterwegs sein. Am fünften Wertungstag warteten erneut zwei anspruchsvolle Aufgaben auf die Teilnehmer der Club- und Standardklasse. Clubklasse: Mehr als 400 Kilometer möglich, für die Clubklasse wurde ein Assigned Area Task (AAT) mit 3 Wendepunkten definiert. Die Aufgabe führte vom Startpunkt bei EDPA zunächst nach Buchen, weiter nach Reichmannshausen, anschließend zum Zielkreis und zurück nach Elchingen. Die Aufgabenstellung bot dabei verschiedene Möglichkeiten. Je nach gewählter Flugvariante lag die Strecke zwischen 290,5 und 425,1 Kilometern, vorgesehen waren im Mittel 356,9 Kilometer. Damit war einmal mehr taktisches Fliegen gefragt. Denn im Segelflug zählt nicht nur, möglichst schnell voranzukommen. Die Piloten müssen ständig abwägen, wie sie die Thermik am besten nutzen und welche Route die größten Chancen auf einen schnellen Flug bietet. Ein vermeintlich kleiner Umweg kann dabei am Ende schneller sein als der direkte Weg – vorausgesetzt, dort wartet die bessere Thermik. Großbritannien vor Argentinien und Australien, den Tagessieg in der Clubklasse holte sich Sebastian Van Der Stichele aus Großbritannien. Auf Rang zwei folgte Valentin Pastoriza aus Argentinien, Platz drei ging an Max Scutchings aus Australien. Standardklasse: 361,2 Kilometer quer durch die Region Noch länger war die Racingaufgabe für die Standardklasse. Von Aalen ging es zunächst nach Leibertingen, anschließend zum Kirnbergsee und weiter zur Rauhen Wanne. Über Aalen führte die Strecke schließlich zurück nach Elchingen. 361,2 Kilometer standen damit auf dem Aufgabenblatt. Für die Piloten bedeutete das erneut mehrere Stunden permanenter Entscheidungen. Ein Segelflugzeug ist dabei vollständig auf die Energie angewiesen, die ihm die Atmosphäre zur Verfügung stellt. Die Kunst besteht darin, die aufsteigende Luft möglichst effizient zu finden und in Höhe umzusetzen. Wer einen starken Aufwind findet, kann Höhe gewinnen und diese anschließend in Geschwindigkeit umsetzen. Wer dagegen eine Thermik zu spät erkennt oder zu lange in einem schwachen Aufwind bleibt, verliert wertvolle Zeit und genau diese Sekunden summieren sich über mehrere hundert Kilometer. Dänischer Doppelschlag, m Ende hatte in der Standardklasse Lasse Edslev aus Dänemark die Nase vorn. Mit seiner LS8 sicherte er sich den Tagessieg. Auch Platz zwei ging nach Dänemark: Jacob Bøgelund Lassen flog mit seiner Discus 2A auf den zweiten Rang. Den dritten Platz erreichte Elias Severholt Fourati aus Schweden mit einer LS8.

Zwischenstand nach fünf Wertungstagen: In der Clubklasse führen derzeit Nicolas Caudrelier (Frankreich) vor Gael Pischedda (Frankreich) und Max Scutchings (Australien). In der Standardklasse liegt nach Fünf Wettbewerbstagen vorn    Lasse Edslev (Dänemark) vorn, vor Jacob Bøgelund Lassen (Dänemark) und  Barna Hadi (Ungarn). Damit zeigte sich erneut die internationale Klasse des Teilnehmerfeldes: Juniorinnen und Junioren aus zahlreichen Nationen treffen in Elchingen aufeinander und kämpfen nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern vor allem gegen die ständig wechselnden Bedingungen in der Atmosphäre. Was hat funktioniert? Wo wurde Zeit verloren? Welche taktische Entscheidung war richtig und welche vielleicht nicht?Am nächsten Morgen beginnt alles wieder von vorn. Gerade darin liegt der besondere Reiz einer Segelflugweltmeisterschaft. Es gibt keine zwei identischen Wettbewerbstage. Wetter, Thermik, Wind und Streckenführung verändern die Bedingungen ständig. Ein Pilot, der am Vortag ganz vorne lag, kann am nächsten Tag plötzlich um jeden Punkt kämpfen müssen. Der Kampf wird enger, mit jedem weiteren Wertungstag werden deshalb die Platzierungen wichtiger. Die Unterschiede zwischen den Piloten können am Ende eines mehrere Stunden dauernden Fluges nur wenige Sekunden betragen. Für die Zuschauer am Boden ist das manchmal kaum vorstellbar: Während über der Region scheinbar nur lautlose Segelflugzeuge ihre Kreise ziehen, läuft in den Cockpits ein hochkomplexer Wettbewerb ab. Jeder Pilot hat seine eigene Strategie. Jeder sucht die optimale Linie. Jeder weiß, dass eine falsche Entscheidung viele Minuten kosten kann und über allem steht die wichtigste Voraussetzung: Die Thermik muss mitspielen. Nach fünf Wertungstagen ist die Junioren-Weltmeisterschaft deshalb endgültig dort angekommen, wo sich Erfahrung, fliegerisches Können, taktisches Geschick und mentale Stärke entscheiden. Die jungen Piloten aus aller Welt haben in Elchingen bereits eindrucksvoll gezeigt, was sie können. Doch die Weltmeisterschaft ist noch nicht entschieden.