Sechs Wertungstage in Folge und die Junioren-Segelflugweltmeisterschaft in Elchingen geht in die entscheidende Phase
Sechs Tage Wettbewerb am Stück liegen hinter den jungen Piloten der 14. Junioren-Segelflugweltmeisterschaft in Elchingen. Sechs Tage voller Konzentration, taktischer Entscheidungen und stundenlangem Fliegen über mehrere hundert Kilometer. Nun ist die zweite Hälfte der Weltmeisterschaft angebrochen und dabei sind die Abstände an der Spitze denkbar knapp.
Größere Strecken standen für beide Klassen auf dem Aufgabenplan. Die Piloten mussten ihre fliegerischen Fähigkeiten, ihre taktische Übersicht und ihr Durchhaltevermögen unter Beweis stellen und das Wichtigste, alle teilnehmenden Piloten kamen zurück. Damit ist die Weltmeisterschaft weiterhin völlig offen. Noch kann sich das Klassement in den kommenden Wertungstagen entscheidend verändern. In der Clubklasse führte die Aufgabe am sechsten Wertungstag über 268,42 Kilometer. Von Aalen nach Osten Richtung Denkendorf, von dort über Dietfurth, vorbei an der fränkischen Seenplatte nach Schillingsfürst und zurück nach Aalen. Den Tagessieg sicherte sich Filip Teo Vidovic aus Slowenien. Mit seiner DG 300 absolvierte er die Aufgabe in 2 Stunden, 31 Minuten und 32 Sekunden. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106,28 km/h. Dafür erhielt er 810 Punkte. Auf Rang zwei flog Michaela Křížová aus Tschechien mit ihrer ASW-20. Sie benötigte 2:24:18 Stunden und erreichte dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 111,61 km/h. Nur knapp dahinter folgte ihr Landsmann Jan Stastny, ebenfalls auf einer ASW 20. Auch der beste deutsche Pilot konnte sich im Spitzenfeld behaupten: Nils Zitzelsberger erreichte mit seiner LS 7 neo eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 107,37 km/h und kam auf 787 Punkte. Besonders spannend ist der Blick auf die Gesamtwertung nach sechs Wertungstagen: An der Spitze der Clubklasse steht derzeit Nicolas Caudrelier aus Frankreich mit 4.517 Punkten. Nur 19 Punkte dahinter liegt Max Scutchings aus Australien mit 4.498 Punkten. Rang drei belegt der Franzose Gael Pischedda mit 4.483 Punkten und dann wird es aus deutscher Sicht besonders interessant: Auf Rang vier liegt Nils Zitzelsberger mit 4.413 Punkten. Der Abstand der ersten vier Piloten ist weiterhin vergleichsweise gering. Noch ist also längst keine Vorentscheidung gefallen. Jeder einzelne Wertungstag kann das Klassement erneut durcheinanderwirbeln. Vielleicht schafft es am Ende tatsächlich doch ein deutscher Pilot auf das begehrte Treppchen? Die Ausgangslage ist jedenfalls spannend – und die kommenden Wettbewerbstage werden zeigen, wer dem Druck in der finalen Phase am besten standhält. Auch in der Standardklasse wurde schnell geflogen. Insgesamt waren 290,05 Kilometer zu bewältigen. Geflogen wurde die Aufgabe als Racing Task. Von Aalen auf der Schwäbischen Alb nach Tuttlingen, von dort direkt nach Norden zum Plettenberg und wieder zurück quer über die Schwäbische Alb zum letzten Wendepunkt Ulm und weiter nach Aalen. Den Tagessieg holte sich Phillip Jonker aus Südafrika auf einer LS 8. Er absolvierte die 290,05 Kilometer in 2 Stunden, 21 Minuten und 38 Sekunden und erreichte dabei eine beeindruckende Durchschnittsgeschwindigkeit von 122,88 km/h. Mit 744 Punkten sicherte er sich den ersten Platz des Tages. Auf Rang zwei folgte Oliver Ramsay aus Großbritannien, ebenfalls auf einer LS 8. Er benötigte 2:23:40 Stunden und erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 121,14 km/h. Dänische Führung in der Gesamtwertung, nach sechs Wertungstagen führt in der Standardklasse weiterhin Lasse Edslev aus Dänemark. Mit 3.991 Punkten liegt er an der Spitze. Nur vier Punkte dahinter folgt sein Landsmann Jacob Bøgelund Lassen mit 3.987 Punkten. Auf Rang drei liegt Barna Hadi aus Ungarn mit 3.964 Punkten. Auch hier zeigt sich: Die Abstände sind klein und die Weltmeisterschaft noch lange nicht entschieden. Sechs Tage Vollgas und jetzt ist Zeit zum Durchatmen. Nach sechs Tagen am Stück hat die Sportleitung deshalb nun für eine willkommene Pause gesorgt: Der Sonntag ist frei. Kein Wettkampfstress, keine Startvorbereitung, keine mehrere hundert Kilometer lange Racing Task. Stattdessen heißt es für die Junioren einmal: Pause machen, Kräfte sammeln und den Kopf frei bekommen. Denn schon bald geht es weiter – und dann beginnt endgültig die heiße Phase dieser Weltmeisterschaft.