Neue Analysetools
Tag & Nacht
Wer sich die weitesten Flüge auf der Plattform ansieht, fragt sich wahrscheinlich öfter mal: Wie gut wurde hier die Tageszeit ausgenutzt? Oder im Fall der Nachtflüge in den USA sogar: Wann fanden hier eigentlich Start und Landung in Bezug auf das Tageslicht statt? Auch wenn jetzt die Anzeige der Ortszeit in den Einstellungen des eigenen Profils möglich ist, fehlt oft das Gefühl für die genauen lokalen, zeitlichen Bedingungen. Schon innerhalb einer Zeitzone unterscheiden sich Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang durchaus mal um zwei Stunden. Dazu kommen saisonale Schwankungen, die je nach Breitengrad anders ausfallen können, als man es von zu Hause gewohnt ist. Im Gegensatz zu einer Uhrzeit ist die Referenz zu den Dämmerungszeiten allerdings universell verständlich.
In den Kartenebenen unten links auf der Karte findet man nun die Schaltfläche Tag & Nacht. Mit ihr aktiviert man ein Overlay, das mit steigender Schattierung die bürgerliche, nautische und astronomische Dämmerung sowie die Nacht auf der Karte darstellt.

Die erste Linie entspricht dem Sonnenuntergang und die weiteren Grenzen liegen jeweils 6 Grad tiefer. Damit lässt sich nun gut nachvollziehen, zu welcher Tageszeit Flüge stattfinden und wie tief die Sonne zum jeweiligen Zeitpunkt steht.
Bei Felix Herolds 2000-km-Flug zum Beispiel sieht man bei der Bewegung des Cursors im Barogramm auf die Start- bzw. Landezeit, wie weit der Tag ausgereizt wurde:


Start vor dem Sonnenaufgang - Landung kurz vor Ende der bürgerlichen Dämmerung
Auch in der Live-Ansicht lässt sich dieses Feature zuschalten und zeigt, an welchem Ort auf der Erde welcher Sonnenstand vorliegt. Das ist besonders spannend, wenn man einen langen Flug verfolgt und mitfiebern kann, wie viel Zeit noch bis zum Sonnenuntergang bleibt.
Hinweis: Die Angaben zu den Dämmerungszeiten sind gerundet und beziehen die lokalen geografischen Gegebenheiten (z. B. Geländehöhen) nicht ein. Für rechtliche Fragestellungen lässt sich dieses Werkzeug nicht nutzen.

Reichweitenanalyse
Die zweite Neuerung betrifft ein Analysewerkzeug, das eigentlich schon älter ist, aber im Zuge der Weiterentwicklung noch einmal deutlich verbessert und ausgebaut wurde: die Ankunftshöhe. Vorher wurden hier lediglich die Ankunftshöhen zu den Flugplätzen in der Nähe angezeigt. Allerdings bestand dabei eine Limitierung, nämlich dass diese Höhe aus dem kürzesten Weg und ohne weitere Einflüsse berechnet wurde. Bei Flügen außerhalb des Flachlands führte das zu deutlich überhöhten Angaben.
Daher haben wir nun eine realistischere Funktion gebaut, die einen großen Mehrwert bei der Fluganalyse bietet. Direkt auf euren Geräten können nun die Gleitwege in Abhängigkeit von der umgebenden Topografie und des Windes errechnet werden. Ausgehend vom Standort des Flugzeuges wird der Höhenverlust bei einem theoretischen Flugweg auf die benachbarten Pixel unter Berücksichtigung von Gleitzahl/MacCready-Wert sowie den Winddaten berechnet und mit der Höhe des Bodens verglichen. Dies wird dann iterativ von innen nach außen gehend wiederholt, bis man auf Gelände trifft. Dadurch kann ein realistisches Bild des gesamten Gleitbereichs gezeigt werden.
Folglich ergibt sich neben einer nun exakteren Berechnung der Ankunftshöhe an den umliegenden Flugplätzen eine zweidimensionale Ansicht der gesamten Fläche, die man mit der gegebenen Höhe erreicht. Der Wind ist dabei wie beim WeGlide-Coach aus den Flugbewegungen während des Fluges abgeleitet.
Visualisierung der Reichweite im Endanflug eines Wettbewerbes
Ein Punkt, den man mit durchgängig mehr als 200 m Höhe über Grund erreicht, wird grün markiert, einer, auf dessen Weg man mindestens einmal nur 100-200 m AGL hat, wird gelb markiert. Orte, für die Gelände mit unter 100 m AGL überflogen werden muss, sind nicht farblich markiert. Der Wind wird wie beim Coach als Indikator unten rechts visualisiert.
Das bedeutet, dass z. B. ein Flugplatz in einem gelben Bereich liegen, aber trotzdem eine Ankunftshöhe von mehr als 200 m aufweisen kann, wenn man auf dem Weg dahin auch unter 200 m AGL fliegen musste, wie im nächsten Bild zu sehen ist.

Die volle Wirkung kann dieses Analysetool in bergigen Regionen entfalten. Hier kann gut nachvollzogen werden, wie weit der Umweg um einen Bergzug den Gleitbereich reduziert, ob man noch problemlos über einen bestimmten Pass kommt, oder wie viele Außenlandeoptionen noch bestanden hätten. Das hilft sehr bei der Analyse des Fluges aus Sicht des Risikomanagements und der Sicherheit. Der MacCready-Wert und damit die angenommene Gleitzahl können im Tab des Tools eingestellt werden.

Es ist wichtig zu wissen, dass diese Berechnung immer noch einige Einschränkungen aufweist und daher nicht immer als "exakte Wahrheit" angenommen werden kann. Die größte Schwäche ist die zugrunde liegende Windberechnung, die nur auf dem Flugweg basiert und daher weder größere Änderungen über die Höhe betrachtet noch lokale Effekte wie etwaige Windzunahme in Tälern. Das bedeutet, dass zwar ein Bereich auf der Karte grün markiert sein kann, aber in der Praxis z. B. aufgrund eines starken Talwindsystems nicht erreichbar ist. Dieser Limitierung sollte man sich bewusst sein, um die Funktion sinnvoll zu nutzen. Auch die in der Fluggeschwindigkeit gespeicherte Energie wird aktuell nicht beachtet.

Zu finden ist das jetzt in "Reichweite" umbenannte Tool in den Tabs unter den Flugdetails links (bzw. unten bei mobiler Nutzung der Plattform). Die Funktion ist Teil des Premium-Abos.
Vielen Dank, dass ihr WeGlide unterstützt! Das ermöglicht uns, weitere neue Funktionen zu entwickeln und noch mehr aus euren Flügen herauszuholen.