12. Runde | DMSt-Bundesliga
Während das Flachland so langsam wahrscheinlich nur noch mit den Augen rollt, versuche ich meinen Teil im Liga-Artikel zu leisten, damit die Einseitigkeit in der Tabelle nicht auch im geschriebenen Wort überhandnimmt. Bevor ich zur Tagesordnung übergehe, sprechen wir geschwind übers Wetter.
Zwei relativ ähnliche Tage waren das, beide vom selben Höhenkeil über Nordwesteuropa maßgeblich geprägt. Das spiegelte sich im Satbild wider: teils blau, teils schöne Cumuli. Von denen gabs insgesamt am Samstag mehr, und so wurde dieser zu einem richtig schön hochsommerlichen Flugtag für die ganze Nation. Störungen gabs vor allem durch die bereits erwähnte Blauthermik und speziell in den Alpen durch störenden Nordwind. Doch wir haben ja schon letzte Woche gelernt, dass auch dieser nicht immer schlecht sein muss.




Flugspuren und Satellitenbilder 12 UTC | Samstag (links), Sonntag (rechts)
Es ist ein bekanntes Problem. Ein toller Ligaflug endet, man freut sich schon auf die gesellige Runde mit der Mannschaft und möchte schnell hochladen. Doch dann fehlt die SD-Karte, das Navigationsgerät hat fehlerhaft aufgezeichnet oder man muss das File umständlich durch die Dateien auf dem Smartphone schieben. Am Ende landet möglicherweise ein wichtiger Liga-Flug nie in der Wertung.
Wir bieten neuerdings eine integrierte Lösung für alle (Liga-)piloten, die noch auf der Suche nach dem optimalen System sind: Der WeGlide Copilot mit DMSt-validem Logger! Er bietet die einfachste Möglichkeit, gleichzeitig neben den beliebten Live-Features, Flüge aufzuzeichnen und mit einem Klick auf WeGlide hochzuladen. Als native App ist der Copilot ab sofort im App Store und auf Google Play verfügbar!
Logger und weitere Features sind bereits mit der Supporter-Stufe verfügbar und alle Details gibt es hier:

1. Bundesliga
Wie schlimm muss es werden, damit sich Piloten einen Schlepp von Aalen aus in die Alpen genehmigen, um dort etwas vom Wetter zu haben? Wenn man sich die Ligaberichte der letzten Wochen so durchliest, erhält man eine grobe Vorstellung. Und allem Missmut und jeder Ungunst zum Trotz sind die Flüge bemerkenswert. Ich beginne mit den zwei größten deklarierten Strecken diese Woche.

Zweimal über 1100 deklarierte Kilometer im Viereck, mit beinahe identischen Wendepunkten. Einmal Felix Herold und einmal Simon Schröder, die beide ihre top-platzierten Vereine SFZ Königsdorf und SFV Bad Wörishofen vertreten. Während am Samstag bei Kollege Herold noch die klassischen Routen zogen und er auch mit perfekter Wendepunktwahl glänzen konnte ("Den Wetterraum komplett ausgenutzt, im Osten waren die Alpen zu Ende und im Westen hab ich vor einer Wolkenwand beim Rheinwaldhorn gewendet"), musste sich Schröder erst in schwacher Hangdynamik zur ersten Wende am Wiener Luftraum basteln. Auch die letzte Wende sieht in Barogramm und Karte deutlich unentspannter aus.

Orbitalschlepp von Aalen in die Alpen @Steffen Schwarzer
Punktemäßig aber sind beide natürlich unschlagbar, was die deklarierten Strecken angeht. Entsprechend geht der Rundensieg mithilfe toller Juniorenleistung durch Andreas Weitz und schnellen Schnitten (sogar im Flachland) ans SFZ. Direkt dahinter reiht sich der SFV ein.
Nur 8 Punkte dahinter finden wir den besten Erstligaverein aus dem Flachland dieser Woche - die FLG Schwäbisch Gmünd. Die Sprints gingen lässig durch auf einem superschnellen Abschnitt zwischen Alb und Südschwarzwald, den an diesem Samstag viele Piloten nutzen konnten. Auch vor den Deklarationen muss man den Hut ziehen. Für Frank Rodewald und Benjamin Weiß ging es auf die exakt selbe, 813 km große, Strecke um Nürnberg. Und das mit überraschend wenig Gefährten-Zeit. Erst ab Würzburg legten die beiden Piloten die letzten Kilometer im Blauen gemeinsam zurück. #
Diese Taktik war gleich bei mehreren BaWü-Vereinen anzutreffen, doch wir schauen uns noch kurz den Sprint-Sieger an. Für die FG Wolf-Hirth sammelte Sören Nölke in seinem Discus 2b ganze 130 Punkte - ebenfalls auf oben genannter Linie. Mario Kiessling kurbelte derweil die besten Bärte des Tages überm Jura und flog so eine extrem ansprechende Strecke, die durchs Mittelland in die Alpen und wieder zurück auf die Hahnweide führte.

Mit dem LSV Burgdorf findet sich auch ein Verein aus dem Norden auf den vorderen Plätzen, was zeigt, dass das Wetter diese Woche wirklich großflächig nutzbar war. Ein schönes 700er Dreieck gelang Michael Möker. Von Burgdorf ging es erst zur Seenplatte, dann bis in den Thüringer und wieder zurück.

In der 1. Liga ändert sich damit tabellarisch wenig. Das SFZ (204) fliegt weiter vor und der SFV bleibt dran (180). Dahinter folgt nun wieder der LSR Aalen (117).
2. Bundesliga
Ähnlich wie letzte Woche, nicht nur die Rundenwertung, sondern auch die vom Wetter präferierte Aufgabenart. Das bemerkt Henrik Theiss in seinem Kommentar:
3. Zielrück Wochenende 😅 [...]
Die FLG Grabenstetten hatte dabei wie letzte Woche die Nase vorn. Kein MVP, aber dafür dreimal grundsolide im Sprint sowie in der Distanz - so sieht Konstanz aus. Für Theiss ging es übrigens diesmal an den Prager Luftraum, Nico Walker meldete 800 km an und flog 1000. Für Jürgen Theiss ging es um den Münchner Luftraum.

Dahinter der AC Esslingen. Wäre die Deklaration von Gerrit Neugebauer von Erfolg gekrönt gewesen, hätte dem Rundensieg nichts im Wege gestanden. Und zur Wende wars wirklich nicht mehr weit 🤏
Vom tollen Wetter in den Bergen konnte der AFZ Unterwössen profitieren. Unter anderem die Deklaration von Benedikt Bursian, die übrigens die punkthöchste diese Woche war, verhalfen dem AFZ zum Erfolg. Für Bursian ging es erst zum Dobratsch und anschließend zum Nuna, wo er trotz anfänglicher Umwege am Hauptkamm sogar noch verlängern konnte. Grandios!

Schnellster Zweitligist war zum zweiten Mal in dieser Spielzeit Maximilan Dorsch. 127 Speedpunkte gab es auf dem weiten Flug (900 plus frei) in seiner LS4 neo. Für den AC Bamberg gabs Rundenplatz 4 on top.
Ein cooler Flug führte Lars Hagemann von Tarmstedt, ganz im Norden, bis fast nach Zwickau und wieder zurück.
Jan Brill vom AC Nastätten sammelte das "Old but Gold" Badge mit seiner Ka6 E und 300 deklarierten Dreieckskilometer. Schön, wenn man Ligaflug und Badgejagd vereinen kann.

In der Tabelle bleibt es knapp und spannend. Die FLG Grabenstetten (129) setzt sich ein wenig ab, auf den Silberrang springt der LSV Straubing (106), punktgleich mit dem AC Esslingen (106).
Liga der Junioren
Die Königsdorfer lassen auch in der Juniorenwertung wieder die Muskeln spielen - in Person von Felix Herold und Andreas Weitz. Sie bringen die mit Abstand am höchsten Distanzwertungen zustande. Der Flug von Weitz ist insbesondere deshalb erwähnenswert, weil es bis dato in dieser Saison die weiteste deklarierte Strecke in der Standardklasse war. 804 km sind der Bestwert!

Dahinter finden sich die Piloten des LSV Schwarzwald ein. Weitestgehend im Team unterwegs waren Kolja Zwadlo und Frederik Förstner. Und sie sammelten dabei reichlich Sprintpunkte.

Fleißig deklariert haben auch die Junioren des AC Ansbach. Jan Loskarn legte 540 Dreieckskilometer zurück, während Vincent Rittner und Max Häßlein den Duo über 415 bewegen konnten. Super Spirit!
Für die Burgdorfer war es heuer ein wenig schade, dass das Wetter einen Ticken zu früh von Norden her beendet wurde, sowohl Clemens Homagk als auch Justus Sander schafften es knapp nicht heim, bzw. brauchten den Motor auf den letzten Metern.
Nicht unerwähnt bleiben soll die schnellste Sprintwertung der Junioren, mit 128 Punkten konnte hier Jonas Zeller von der LSG Rheinstetten auftrumpfen. Trotz Start um kurz vor 12 an der Winde konnte er noch die 1000 vollmachen - dank Förder-Nimbus EP.

Die Tabelle bietet keine Überraschungen. Das SFZ chillt außer Reichweite mit lockeren 234 Punkten. Dahinter unverändert der LV Reutlingen (102) und der AC Pirna (94).
Die höchste Regionalliga-Punktzahl konnte diese Woche der AC Bad Nauheim in der RL Mitte erzielen. 450 Punkte gehen aufs Punktekonto.
In der Regionalliga Bayern konnte der FV Schwabach Roth mit 532 Punkten siegen. In Baden-Württemberg siegt diese Woche die LSG Isny-Westallgäu (525) und in der RL NRW konnte sich der LSV Sauerland (549) durchsetzen. Zu guter Letzt bleibt der LSV Stade (528) als Rundensieger der Regionalliga Nord zu nennen.
Ihr habt eine tolle fliegerische, persönliche oder eine Teamleistung, die unbedingt in den nächsten Bundesligaartikel gehört? Dann verschafft euch Aufmerksamkeit und meldet euch hierzu gerne über jens@weglide.org
WeGlide. Innovationen für den Sport. Hilf mit, den Segelflug voranzubringen:
