14. Runde | DMSt-Bundesliga
Nachdem der Samstag schon in weiten Teilen des Landes für annehmbare Bedingungen sorgte, war es dann letztendlich doch der Sonntag, der mit einer atemberaubenden Linie in einem schmalen Wetterfenster für Aufsehen sorgte. Was war die Ausgangslage?
Zunächst noch im Hochdruckeinfluss, bildete sich am Samstag vermehrt Blauthermik. Die besten Bereiche befanden sich dabei in einem Streifen zwischen Nord- und Westdeutschland.
Beide Tage standen im Wesentlichen im Zeichen eingeflossener Kaltluft, rückseitig der Front. Während die Luftmasse am Sonntag unter Zwischenhoch und Abtrockung ihr volles Potential entfalten konnte, war der Samstag mit viel Feuchte noch wesentlich schwieriger. Segelfliegerisch nutzbar waren in der Folge jeweils relativ schmale, aber gute Abschnitte, besonders über Süd-, Mittel- und Westdeutschland. Es folgte eine Labilisierung und Advektion feuchter und heißer Luft vor der sich nähernden Kaltfront.
Diese windige Lage fand dann sonntags ihre volle Ausprägung und während der Norden nun unter viel Feuchte litt, gab es im Süden nun einen gut fliegbaren Streifen. In Kombination mit einer Konvergenz im Bereich des Donautals und der schwäbischen Alb konnten hier die höchsten Schnitte der Runde erzielt werden.




Flugspuren und Satellitenbilder 12 UTC | Samstag (links), Sonntag (rechts)
Es ist ein bekanntes Problem. Ein toller Ligaflug endet, man freut sich schon auf die gesellige Runde mit der Mannschaft und möchte schnell hochladen. Doch dann fehlt die SD-Karte, das Navigationsgerät hat fehlerhaft aufgezeichnet oder man muss das File umständlich durch die Dateien auf dem Smartphone schieben. Am Ende landet möglicherweise ein wichtiger Liga-Flug nie in der Wertung.
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1. Bundesliga
Die Rundenwertung der ersten Liga wurde durch die eben schon angeteaserten schnellen Sprints entschieden. Bei blassen Distanzwertungen konnte unter anderem Simon Schröder mit über 181 km/h (!) im Sprint ganze 156 Punkte erzielen. Insgesamt flog der Bad Wörishofener übrigens ganze 922 km in knapp über 6 Stunden, was einen Schnitt von 152 km/h ergibt. Wirklich Wahnsinn! Für seinen Verein bedeutete dies den dritten Platz, auch Teamkollege Kilian Biechele gelangen mehr als 150 Speedpunkte.

Nicht schneller, aber drei Pünktchen besser unterwegs waren die PilotInnen der FG Neckartal Köngen. Besonders zugute kam ihnen dabei der Fakt, dass der dritte Flug des SFV in die schwächeren Alpen führte - und die FG dahingegen alle Wertungen auf der Alb fliegen konnte. Zwei erfolgreiche Deklarationen von Thomas Ingerfurth und Ulrich Blahak tun dabei ihr Übriges.

Wer hätte es gedacht? Auch der Rundensieger profitierte von der speziellen Lage am Sonntag. Dabei erzielte Tilo Holighaus die größte Distanzwertung der Runde: Er nutze das volle Wetterfenster und flog bis ins Erzgebirge, wieder zurück und beendete den Flug am Hang - inklusive Landung um 21:30 lokal! Mario Kiessling und Michael Weingart sorgten gleichzeitig für die richtigen Sprintpunkte und so stand dem Rundensieg der FG Wolf Hirth nichts mehr im Weg.

In den Alpen hingegen war es diese Woche schwierig, dennoch bemerkenswert, dass den Königsdorfern samstags gleich drei erfolgreiche Deklarationen gelangen. Ein hindernder Faktor war definitiv der starke Westwind, wie Benjamin Bachmaier in seinem Kommentar bemerkte. Es reicht zu Rundenplatz 6.
Gleich dahinter, der Rundesieger der letzten Woche, der SFZ Aachen. Jürgen Jansen begab sich mit der LS1f auf ein Dreieck um Köln und stellte fest:
Das war ein hartes Stück Arbeit…
Interessant auch die Flüge der Vereine aus dem Norden, so zum Beispiel von Lars Trampe (LSV Gifhorn), die oft ein Zielrück Richtung Ostsee wählten. Trotz bösem Gegenwind und wenigen Reihungen schafften es die meisten heim :)
In der 1. Liga ändert sich damit tabellarisch wenig. Das SFZ (216) fliegt weiter vor und der SFV bleibt dran (200). Dahinter folgt die FG Neckartal Köngen (131).
2. Bundesliga
Zweimal Niedersachsen und einmal NRW auf dem Podium der zweiten Liga! Auf Platz drei liegt dabei der FSV Celle. Schöne Flüge über der Heide und ein Flug auf der 18-Meter-Quali in Jena liefern die Punkte.

Davor rangiert der Hannoversche Aero-Club. Andreas Werscheck hilft seinem Team dabei tatkräftig mit 116 Sprintpunkten aus der Ferne, genauer vom Feuerstein aus. Für die anderen PilotInnen gings schon am Samstag Richtung Ostsee. Eve Lanzendörfer und Frederic Janssen deklarieren dies sogar erfolgreich (516 km) und teilen uns dieses schöne Bild von der Wende mit Blick aufs Meer 🌊

Auch der Rundensieger, die FPG Krefeld-Egelsberg, bekommt Unterstützung von Vereinskameraden aus der Ferne. Mathias Miskys und Maximilian Wanders fliegen im Arcus von Neresheim aus und sammeln dort 118 wichtige Sprintpunkte. In der Heimat liefern derweil Timo Angenendt und Frank Werthebach einen schönen Teamflug ab - und machen so die FPG zum einzigen Team in der 2. Liga, das dreimal über 100 Sprintpunkte erreichte. Auch die höchste Distanzwertung geht an den Verein. Jonathan Karges umrundet mit seiner Antares Kölner, Düsseldorfer und Dortmunder Luftraum: 545 Kilometer und über 75 Punkte.

Die schnellste Sprintwertung kommt auch in der zweiten Liga von der Alb, Juergen Kohn lasert von Laichingen aus im Ventus über 130 Punkte.
Der Wind sorgte ferner dafür, dass auch die, vom Wetter ein wenig abgehängten, Vereine aus dem Rheintal und Umgebung Punkte sammeln konnten. Am Hang der Bergstraße ging es munter auf und ab, für eine richtig schnelle Sprintwertung ist der Abschnitt jedoch etwas zu kurz.

Die Gesamtwertung bietet einen Führungswechsel und lässt die Hoffnung auf einen engen Zweikampf an der Spitze offen. Der AC Esslingen (132) führt nun wieder vor der FLG Grabenstetten (131). Dahinter der AC Bamberg (111).
Liga der Junioren
Am knappsten war es diese Woche in der Juniorenliga. Nur 7 Punkte trennten den ersten vom dritten Platz. Knapp das Rennen machen konnte der FSVO Reinheim mit zwei interessanten Flügen. Wie oben kurz angemerkt, ging der Hang der Bergstraße ganz gut - und dort kommt man auch aus Reinheim ganz gut hin. Fabian Geduldig und Lars Pötzsch vereinen Überprüfungs- mit Ligaflug und schaffen trotz schwieriger Optimierung ganze 95 Punkte im Sprint. David Elias Fleischer flog währenddessen auf der 18m Quali in Jena - wohlgemerkt mit einem Mosquito.

Ungewöhnliche Schlussakkorde fanden die Flüge des Rundenzweiten, dem LSC Kranich Berlin. Nachdem schon Marc Johann Sprenger knapp nicht schließen konnte und außenlanden musste, ereilte Albert Fügenschuh und Frederike Haesner im Duo - nach fragwürdiger Verlängerung - das gleiche Schicksal.

Dahinter der AC Langenselbold, der auch den Sprint-MVP der Woche stellt. Das ist Nils Zitzelsberger, der auf dem Rückenwindschenkel stabile 126 Punkte klarmacht. Dass der Rückweg nicht mehr in den besten Bedingungen lag, wurde durch zwei lange graue Balken im Barogramm verdeutlicht.

Die höchste Distanzwertung gelang Lorenz Schulze-Varnholt von Burgdorf aus. Es ging bis weit hinter Rostock auf ein 500 km langes Zielrück. Trotz ein paar Schwierigkeiten um die Wende herum und dem starken Gegenwind, konnte er die Aufgabe souverän schließen und 73 Punkte einsacken. Unterwegs fotografierte er eine Gruppe gefiederter Freunde.

In der Tabelle gibt es hingegen wenig Neues. Das SFZ befindet sich weiterhin außer Reichweite mit lockeren 247 Punkten. Dahinter unverändert der LV Reutlingen (103) und der AC Pirna (96).
Regionalligen
Die höchste Regionalliga-Punktzahl konnte diese Woche der SFC Schwäbisch Hall in der RL Baden-Württemberg erzielen, wie schon vorige Woche. 542 Punkte gehen aufs Punktekonto.
In der Regionalliga Bayern konnte der AC Fürth mit 377 Punkten siegen. In der Mitte siegt diese Woche der AC Langenselbold (406) und in der RL NRW konnte sich die FSG Schwarze Heide (377) durchsetzen. Zu guter Letzt bleibt der SFC Melle Grönegau (431) als Rundensieger der Regionalliga Nord zu nennen.
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