9. Wertungstag JWGCS
Nervenkrieg bei großer Hitze – die Junioren-WM biegt auf die Zielgerade ein
Elchingen. Die 14. Junioren-Segelflugweltmeisterschaft in Elchingen bleibt bis zum letzten Flug spannend. Auch am neunten Wertungstag lagen die Spitzenpiloten dicht beieinander. Bei großer Hitze und zunächst ausgeprägter Blauthermik waren erneut taktisches Geschick, Ausdauer und vor allem Nerven gefragt. Der Start wurde am Donnerstag um 30 Minuten verschoben. Die Wetterbedingungen versprachen einen anspruchsvollen Flugtag. Erst musste sich die Thermik entwickeln, bevor die Piloten auf die Strecke geschickt werden konnten. In der Clubklasse lief es für den deutschen Medaillenanwärter Nils Zitzelsberger diesmal nicht wie erhofft. Die Aufgabe führte die Piloten unter anderem über Dietfurth, nördlich von Ingolstadt und das Autobahnkreuz Feuchtwangen, bevor es zurück nach Aalen-Elchingen ging. Je nach gewählter Route konnten dabei deutlich unterschiedliche Streckenlängen erzielt werden. Den Tagessieg holte sich der Tscheche Petr Mašík mit 820 Punkten. Er benötigte für 247,78 Kilometer 2:33:11 Stunden und erreichte dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 97,05 km/h. Auf Rang zwei folgte der Belgier Michiel Haemels vor der Australierin Amber Davison und dem Norweger Nikolai Pontoppidan, die punktgleich Dritte wurden. In der Gesamtwertung bleibt es äußerst eng. Der Australier Max Scutchings führt mit 6588 Punkten vor dem Franzosen Nicolas Caudrelier mit 6512 Punkten. Nils Zitzelsberger liegt mit 6511 Punkten nur einen Punkt dahinter auf Rang drei. Damit ist für den deutschen Piloten trotz des schwierigen Tages weiterhin alles möglich. Noch erfolgreicher verlief der neunte Wertungstag für das deutsche Team in der Standardklasse. Die deutschen Piloten zeigten eine konsequente Teamleistung und belegten die Plätze drei bis sechs. Lediglich die beiden Briten an der Spitze waren an diesem Tag schneller. Den Tagessieg sicherte sich Oscar Butlin mit 867 Punkten. Er flog die 264,81 Kilometer in 2:41:55 Stunden und erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 98,13 km/h. Zweiter wurde sein Landsmann Oliver Ramsay. Bester Deutscher war Jens Kammerer auf Rang drei mit 830 Punkten. Max Maslak folgte unmittelbar dahinter auf Rang vier und erhielt 828 Punkte. Für Max Maslak war dieser Flug besonders wichtig. In der Gesamtwertung hat sich der Titelverteidiger wieder an die Spitze gesetzt. Mit 5982 Punkten führt er vor dem Dänen Jacob Bøgelund Lassen mit 5943 Punkten und dessen Landsmann Lasse Edslev mit 5941 Punkten. Doch auch der vierte Platz ist noch keineswegs aus dem Rennen: Der Deutsche Patrick Benoist liegt mit 5907 Punkten nur 75 Punkte hinter Maslak und hat damit weiterhin Chancen auf einen Platz auf dem Siegerpodest. Die Ausgangslage könnte spannender kaum sein. Sowohl in der Clubklasse als auch in der Standardklasse liegen die Spitzenpiloten so eng zusammen, dass ein einziger Fehler über mehrere Plätze entscheiden kann. Für die Piloten bedeutet das vor allem eines: Nerven bewahren. Ein falscher taktischer Entschluss, eine schlecht gewählte Thermik oder ein unnötiger Zeitverlust können auf den letzten Kilometern über Medaille oder Platzierung entscheiden. Der Freitag wird zum entscheidenden Schlusspunkt der Weltmeisterschaft. Dann steht der letzte Wertungstag auf dem Programm. Die Piloten haben damit nur noch eine Gelegenheit, ihre Position zu verbessern oder einen Angriff auf die Spitze zu starten. Die Junioren Segelflugweltmeisterschaft in Elchingen hat bereits jetzt einen besonderen Rekord aufgestellt: Mit insgesamt elf geflogenen Wertungstagen ist sie die erfolgreichste Weltmeisterschaft der vergangenen zehn Jahre. Doch der sportliche Höhepunkt steht noch bevor. Am heutigen, letzten Wertungstag(Freitag) entscheidet sich, wer sich in Elchingen Weltmeister nennen darf und wer nach zwei Wochen voller anspruchsvoller Flüge am Ende vielleicht nur knapp am Titel oder an einer Medaille vorbeifliegt. Die Spannung ist jedenfalls kaum noch zu überbieten.